Doorbird ist eine intelligente Video-Türsprechanlage die es ermöglicht, das Klingelsignal der Haustüre beispielsweise an einem SmartPhone oder Tablet zu empfangen. Über die App empfängt man außerdem ein Livebild, kann mit dem Besucher sprechen und ihm bei Bedarf die Türe öffnen.

Vor kurzem wurde nun die zweite Generation des Systems vorgestellt. Hier berichte ich über meine Erfahrungen mit dem System der ersten Generation und die Features der neuen Generation.

Technische Daten und Installation

Doorbird gibt es sowohl als Aufputz- als auch als Unterputzvariante und in diversen Designs. Die neue Generation ermöglicht auch den Einsatz in  Mehrfamilienhäusern oder Büros.

Als Mindestvoraussetzung benötigt man für den Anschluss von Doorbird zwei Klingeldrähte um das Gerät mit Spannung zu versorgen. Wenn man also eine vorhandene Türsprechstelle durch Doorbird ersetzen möchte sollten diese Voraussetzungen gegeben sein.

Die Netzwerkverbindung kann entweder per WLAN oder per LAN erfolgen. In meinem Fall habe ich mich für ein LAN-Kabel entschieden, dass ich nachträglich zur Türsprechstelle einziehen konnte. Alternativ lässt sich das Gerät auch über VoIP betreiben.

Damit sind die Anschlussmöglichkeiten aber natürlich nicht erschöpft. Es lassen sich zusätzlich ein elektrischer Türöffner, ein elektrischer Türgong sowie ein Türöffnertaster anschließen.

Technische Daten (Modell D202)

Video
Kamera: HDTV 720 p
Linse: Ultraweitwinkel 180 Grad horizontal, 90 Grad vertikal, IR-fähig
Nachtsicht: Ja, Lichtsensor, 12 IR-LEDs

Audio
Lautsprecher und Mikrofon, Echo- und Rauschunterdrückung, Vollduplex

Netzwerk
W-LAN und Ethernet

Bewegungssensor
Passiver Infrarotsensor, Reichweite 2-8 Meter

Gehäuse
Frontblende aus Edelstahl

Klingeltaste
Edelstahlknopf mit beleuchtetem LED Ring

Namensschild
Beleuchtet

Stromversorgung
15V DC Netzteil oder Power over Ethernet (PoE 802.3af Mode-A)

Abmessungen
215 x 125 x 59 mm (H x B x T)

Installation

Sehr positive aufgefallen ist das beiliegende und gut gemachte Handbuch in deutscher Sprache. Hier wird man Schritt für Schritt durch die Installation geführt. Für technisch versierte Anwender sollte die Installation kein Problem darstellen. Wenn man sich unsicher ist (am besten mal das Handbuch vorab von der Herstellerseite laden und studieren) rate ich dazu, einen Fachmann hinzuziehen.

Ich habe Doorbird über das beiliegende Netzteil mit Spannung versorgt. Dieses habe ich in meinem Schaltschrank eingesteckt (Hutschinen Schuko-Steckdose)  und über zwei Klingeldrähte der vorhandenen Leitung zur Türsprechstelle geführt. Außerdem habe ich noch ein Netzwerkkabel verlegt. An die vorhandene Telefonleitung wurden schließlich noch ein Türgong, der Kontakt des Türöffners sowie ein zusätzlicher Taster als Türöffner angeschlossen. Das alles konnte ich mit den bereits vorhandenen Leitungen realisieren und musste nur das zusätzliche Netzwerkkabel verlegen.

Nicht besonders glücklich fand ich die Lösung zum Anschließen der Drähte. Im Gerät werden auf der Rückseite alle Drähte nach außen geführt, an die man dann die bauseitigen Drähte anschließen muss. Im Handbuch steht dazu: „Nutzen Sie geeignete Stoßverbinder oder Lüsterklemmen, um die mitgelieferten Kabel mit Ihren Drähten zu verbinden. Die von uns beigelegten Stoßverbinder sind wetterfest und verfügen über einen Schrumpfschlauch, der nach der Montage z.B. vorsichtig mit einem Heißluftfön versiegelt werden kann.“

Wenn man die Drähte jedoch fest verbindet, lässt sich Doorbird bei Bedarf nur noch durch ein Durchtrennen der Drähte demontieren. Dass dies keine gute Lösung ist, hat der Hersteller mittlerweile erkannt und dies bei der 2. Generation jetzt über einen RJ 45-Anschluss gelöst.

DoorBird
DoorBird Modell D202 (Unterputz-Version)

Inbetriebnahme

Nachdem alle Drähte angeschlossen wird das Netzteil eingesteckt und Doorbird startet zum ersten Mal. Für die Inbetriebnahme lädt man sich die App „DoorBird“ von Bird Home Automation aus dem Apple App Store bzw. Google Play Store auf sein mobiles Endgerät.

Über die App wird nun bei Verwendung der W-LAN Variante zuerst die Verbindung eingerichtet. Beim LAN Setup benötigt man diesen Schritt nicht und wählt gleich in der DoorBird App unter „Einstellungen > Gerät hinzufügen“ und klickt auf das QR-Code Symbol im Feld „Benutzer“. Jetzt noch den QR-Code auf dem der Türstation beiliegenden „Digital Passport“ scannen und die Ersteinrichtung ist abgeschlossen.

Grothe UP-GONG 120ws
Türgong

An DoorBird lässt sich ein analoger Türgong per Klingeldraht anschließen. Ich habe mich für den Grothe UP-GONG 120ws entschieden, der sich unauffällig in einer Unterputzdose montieren lässt.

DoorBird Connect: Zusammenspiel mit SmartHome-Systemen

(API, Fritz!Box und weitere Partner)

Auch an die Fritz!Box von AVM lassen sich sowohl das Klingelsignal als auch das Videobild übertragen. Dies lässt sich über die SIP Einstellungen in der DoorBird App einrichten. Die Anleitung dazu finden Sie hier. Übrigens funktioniert das natürlich auch mit einem Fritz!Fon C4 und nicht nur mit dem Modell C5 wie in der Anleitung beschrieben.

Zudem kann man auch das intelligente Türschloss NUKI oder ander smarte Türschlösser in DoorBird einbinden. Wenn man dies über die DoorBird App konfiguriert wird beim Drücken des Türöffner-Buttons eine Auswahl angezeigt, so dass man entweder über das angeschlossene Relais oder über NUKI die Tür öffnet. Wählt man hier NUKI, wird nicht sofort der Öffnungsvorgang mit NUKI durchgeführt sondern es öffnet sich die NUKI-App, in der man dann den Button Öffnen drücken muss. Diese Lösung ist für mich kein besonders großer Wurf und ich würde mir wünschen, dass die Integration in die DoorBird-App besser realisiert wird.

Viele weitere Partner sind mittlerweile in der Rubrik „Connect“ von DoorBird gelistet (Synology, KNX, Digitalstrom, Volkswagen u.v.m.). Die Liste finden Sie unter www.doorbird.com/de/connect.

DoorBird bietet zudem eine offene Schnittstelle (API) an. Damit lässt sich die  Video Tür Station auch in eigene Lösungen integrieren. Informationen zur API unter www.doorbird.com/de/api

DoorBird und homee

homee Brain Cube, Z-Wave und EnoCean Cube

 DoorBird und homee

Über die offene Schnittstelle (API) lässt sich DoorBird auch in homee einbinden.

Beispiel: Von homee aus lässt sich der in DoorBird integrierte Türöffner ansprechen. Der Befehlsaufruf erfolgt in homee über einen Webhook und sieht dann beispielsweise zum Öffnen der Tür so aus:
http://BENUTZERNAME:PASSWORT@IP-ADRESSE/bha-api/open-door.cgi

Praktischer Nebeneffekt durch die Integration in homee: damit lässt sich nun der Türöffner per Sprachsteuerung über Alexa aktivieren (dies sollte man sich hinsichtlich der Sicherheit genau überlegen, dient hier lediglich als Beispiel).
Spannend wäre es, das Klingelsignal an homee zu senden, hier bin ich derzeit noch am tüfteln…

Die Doku zur API unter www.doorbird.com/de/api

Praxiserfahrungen

Im Alltag hat sich die Möglichkeit das Klingelsignal und auch ein Videobild von der Haustür am iPhone zu empfangen als extrem praktisch herausgestellt. Mit einer Verzögerung von 2-3 Sekunden wird das Klingelsignal am Handy durch eine Pushmeldung signalisiert. Wenn man diese antippt startet die App und man sieht den Besucher, kann mit ihm direkt sprechen und ihm auch die Türe öffnen.

Da dies ohne dass man hier zusätzlich etwas einrichten muss oder das dafür zusätzliche Kosten anfallen auch im Mobilfunknetz klappt, kann man diesen Komfort auch unterwegs nutzen.

Die Qualität des Videosignals und auch die Tonqualität sind nach meinem Empfinden absolut in Ordnung für diesen Zweck und dies klappt auch bei einer nicht so guten Mobilfunkverbindung.

Was für viele Menschen einen zusätzlichen Gewinn an Komfort darstellt ist beispielsweise für mobilitätseingeschränkte Menschen eine extreme Erleichterung ihres Alltags. Als Rollstuhlfahrer weiß ich, wovon ich hier spreche. Wie oft ist es mir früher passiert, dass ich auf dem Sofa saß und die Haustür geklingelt hat. Bis ich dann bei der Tür war, hatte sich meistens der Besucher schon wieder auf den Weg gemacht. Das Handy habe ich jedenfalls ständig bei mir und so entgeht mir kein Besucher mehr.

Videoqualität

Die Auflösung der DoorBird Kamera beträgt 720p, die Linse hat ein Ultraweitwinkel mit 180 Grad horizontal und 90 Grad vertikal. Außerdem gibt es einen Nachtsicht-Modus mit 12 IR-LEDs.

Die Qualität des Videosignals und auch die Tonqualität sind nach meinem Empfinden absolut in Ordnung. Es geht ja schließlich darum, Besucher zweifelsfrei zu erkennen und das bei möglichst jeder Lichtsituation.

Zur Veranschaulichung habe ich ein kurzes Video aufgenommen (iPhone 6s im Querformat).

Falls gewünscht, kann ich auch gerne noch ein Video mit Nachtsichtfunktion erstellen, schreibt mir dazu bitte einfach in die Kommentare.

Preis

Die günstigste Version von DoorBird ist die DoorBird IP Video Türstation D101 mit einem Polycarbonat-Gehäuse. Diese kostet im Online-Shop des Herstellers derzeit 349,- €. Vergleicht man den Preis mit Video-Türsprechstellen etablierter Hersteller so ist dies ein faires Angebot. Die Unterputz- und Edelstahlvarianten liegen preislich natürlich darüber, so kostet die von mir verbaute Version „DoorBird IP Video Türstation D202“ mit Edelstahl Frontblende und Unterputzgehäuse aktuell 549,- €.

Die aktuell vorgestellte 2. Generation ist mit 649,- € für das Modell D2101V mit einer Ruftaste nochmals höher im Preis, hat aber bei der Ausstattung gegenüber dem Vorgänger deutlich zugelegt. Die Highlights des neuen Modells  sind die integrierte RFID-Technologie, die einen schlüssellosen Zugang bei Einhaltung höchster Sicherheitsstandards ermöglicht, zudem eine sensiblere Echo- bzw. Geräuschunterdrückung, zwei frei konfigurierbare bistabile Schaltrelais, einen Bewegungssensor mit 4D Technologie und vieles mehr.
Alle Informationen auf www.doorbird.com

Fazit

DoorBird läuft bei uns nunmehr seit 1,5 Jahren absolut problemlos. Die Bedienung ist einfach und bedarf keinerlei Studium von komplizierten  Anleitungen. Wir möchten DoorBird nicht mehr missen in unserem Alltag und die neue Generation mit RFID-Technologie bietet nochmals einen zusätzlichen Komfortgewinn. Das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt nach meiner Meinung nach bei DoorBird absolut. Das Gerät ist übrigens „Made in Germany“.

8 Kommentare
  1. Bjoern
    Bjoern says:

    Hallo, danke für den Test und Bericht.
    Wie hast Du den die Doorbird im Homee integriert?
    Bin totaler Anfänger in Richtung API, bekommt man das hin nach Anleitung?

    Antworten
    • Tom
      Tom says:

      Hallo Björn,
      Hier eine Kurzanleitung um Doorbird über homee anzusprechen:
      1. Du benötigst die IP-Adresse von Doorbird. Diese findest Du in der Netzwerkübersicht Deines Routers.
      2. Als nächstes benötigst Du noch Benutzernamen und Passwort eines Benutzers für Doorbird. Du kannst z. B. dafür einen eigenen Benutzer in der Doorbird-App anlegen (notier Dir Benutzername und Passwort).
      3. Erstelle in homee eine neues Homeegramm. Auslöser ist „wenn das Homeegramm abgespielt wird“ und die Aktion ist dann ein Webhook, der folgendermaßen aussieht: http://BENUTZERNAME:PASSWORT@IP-ADRESSE/bha-api/open-door.cgi
      4. Wenn Du nun das Homeegramm abspielst, sollte der Türöffner aktiviert werden.
      Probier es aus und gib Bescheid, ob das bei Dir klappt.

      Antworten
  2. Tom
    Tom says:

    Hallo Christian,
    Meine Erfahrung nach 1,5 Jahren DoorBird: es funktioniert seit dem ersten Tag problemlos. Seit kurzem gibt es ja auch eine neue Version mit einigen Verbesserungen. Ich kann DoorBird auf jeden Fall sehr empfehlen würde aber die Anbindung ans Netzwerk auf jeden Fall über ein Kabel realisieren und nicht über WLAN. Damit habe ich die besten Erfahrungen gemacht.
    Die Verzögerung zwischen dem Klingeln an DoorBird und der Benachrichtigung auf dem Handy beträgt bei mir ca. 5-6 Sekunden, das finde ich nicht so schlecht. Zudem habe ich noch einen Türgong angeschlossen und auch die Signalisierung auf dem FritzFon eingerichtet. An diesen beiden Geräten wird ohne Verzögerung das Klingelsignal ausgegeben.
    Und als Türgong habe ich von Grothe den UP-GONG 120ws (Art.-No. 43701). Dieser wird über zwei Klingeldrähte direkt an DoorBird angeschlossen. Ich wollte diesen Gong, da ich ihn direkt in eine vorhandene UP-Dose einbauen konnte. Er ist einfach, zuverlässig und erfüllt seinen Zweck.
    Über die Android-Version der App kann ich nichts sagen da ich nur die iOS-Versin im Einsatz habe. Mit dieser bin ich aber sehr zufrieden, seit kurzem gibt es auch eine eigene App für die Apple Watch über die man nicht nur den Anruf signalisiert bekommt sondern auch die Türe direkt öffnen kann (sprechen geht über die Watch aktuell nicht, wenn man auf der Watch den Talk-Button drückt öffnet sich die App auf dem iPhone).

    Antworten
  3. Christian
    Christian says:

    Darf ich noch fragen, welchen Türgong hast du im Einsatz hast, den von Doorbird? Auch über Cat7 angeschlossen? Und wie zufrieden bist du mir dem Gong?

    Antworten
  4. Christian
    Christian says:

    Zunächst vielen Dank für deine Erfahrungsberichte!

    Auch wir liebäugeln in unserem Neubau mit DoorBird. Sind uns allerdings noch unsicher.

    Wir haben viele Berichte gelesen, dass Doorbird erst funktionierte, dann nach 6, 7 Monaten aber plötzlich nicht mehr. Oder, dass von Anfang an Probleme Vorlagen, wie Verbindungsabbrüche, zu später Benachrichtigungen, etc.

    Wir würden uns über deinen Ratschlag und Erfahrungen freuen. Setzt du Doorbird noch immer ein?

    Auch die App ist im Google Playstore nur mittelmäßig, mit relativ „viel“ Kritik am Doorbird selbst bewertet. Natürlich schreiben sich gerade Beschwerden und Frust schneller in Kritiken nieder, als Lob.

    Aich deshalb interessiert mich dein Bericht.

    Grüße – Christian

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Trackbacks & Pingbacks

  1. […] Der Aufruf bestimmter Funktionen von homee aus in Doorbird war ja auch bisher schon möglich (siehe Blogartikel), jetzt ist auch der umgekehrte Weg […]

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