Angetestet: Smartfrog Webcam zur Heimüberwachung

Das Angebot an IP-Kameras für den Einsatz im häuslichen Bereich ist sehr groß und die Auswahl fällt entsprechend schwer. Die Kamera von Smartfrog hat eine Besonderheit: alternativ zum Kauf mit einmaliger Zahlung lässt sich die Kamera auch über ein Abo mit monatlicher Kündbarkeit mieten. Wer also die Kamera erst einmal ausprobieren möchte kann sich für das Abo entscheiden und sich so selbst von der Kamera überzeugen.

Hinweis: Abo und Kaufoption unterscheiden sich in der Dauer der Video-Speicherung: Beim Abo-Modell kann man auf Video-Aufzeichnungen der letzten 24 Stunden zurück greifen, bei der Kauf-Option sind das die letzten 4 Stunden (kostenpflichtig erweiterbar auf bis zu 30 Tage).

smartfrog Cam HD IP-Videokamera – Einsatzbereiche

Die smartfrog Cam ist eine kleine und einfach einzurichtende HD-Cam zur Überwachung von Innenräumen. Mögliche Einsatzbereiche sind laut dem Hersteller:

  • Haus- & Wohnungsüberwachung (z. B. auch einer Ferienwohnung)
  • Überwachung von Haustieren (inklusive der Möglichkeit das Tier anzusprechen)
  • Baby Monitor / Babyphone (Baby im Blick, Videoüberwachung im Hotel, Benachrichtigung wenn das Baby schreit usw.)
  • Pflegebedürftige Personen (Überwachung von pflegebedürftigen Personen, Medikamenteneinnahme überwachen, Kontaktaufnahme über Lautsprecher usw.)
  • Geschäftsüberwachung (z. B. Überwachung von Geschäftsräumen)

Lieferumfang

  • Smartfrog Cam HD IP Kamera
  • Micro USB-Netzteil
  • Smartfrog App kostenlos als Download
  • Gebrauchsanweisung

Technische Daten

  • HD-Auflösung: 1280 × 720 Pixel (720p)
  • IP Kamera
  • 2,1 mm Linse mit Weitwinkelobjektiv
  • Abmessungen: 7,6 cm × 11 cm
  • Umgebungslichtsensor
  • Infrarot LED Nachtsicht bis zu 10 m (0,1 Lux)
  • Integriertes digitales Mikrofon
  • Integrierter Lautsprecher
  • Integriertes WLAN Modul (2.4 GHz)
  • Sichere SSL‑Verschlüsselung (AES 256‑Bit)

Smartfrog App

  • Cam-Verwaltung
    (bis zu 10 Smartfrog Cams).
  • Datensicherheit
    (SSL-Verschlüsselung).
  • Motion-Detection
    (Informiert dich bei Bewegungen).
  • Noise-Detection
    (Alarm auf dein Smartphone bei Geräuschen).
  • Two-way-Audio
    (Sprechen mit dem Zuhause und hören, was dort passiert).
  • Zonen-Funktion*
    (Markieren bis zu 6 wichtiger Zonen).
  • Zeitraffer-Funktion*
    (24 Std. in nur 5 Min. ansehen).
  • Clip-Funktion*
    (Bis zu 30 Tage Zeitraffer in Clips zusammenfassen).
  • Timeline
    (Darstellung von Ereignissen in der Übersicht).
  • Geofencing
    (Aktivierung / Deaktivierung bei Ab- und Anwesenheit).
  • Sharing*
    (Livebild mit Familie und Freunden teilen, z. B. im Urlaub).
  • Social-Media-Funktion*
    (Clips auf Facebook, YouTube und Co. teilen)

* Diese Funktionen sind in der aktuellen iOS-Version nicht enthalten, jedoch über die Weboberfläche verfügbar (die Android-Version habe ich nicht getestet).

Einrichtung

  1. Zur Einrichtung benötigt man die Smartfrog App. Diese lädt man aus dem Google Play oder dem Apple Store und installiert diese auf dem Smartphone.
  2. Im nächsten Schritt legt man ein Benutzerkonto an.
  3. Nun wird das Netzkabel an der Cam angesteckt, sobald die Cam gestartet ist hört man „Smartfrog Cam bereit“ und eine grüne LED blinkt an der Kamera.
  4. In der App erscheint ein QR-Code, man muss das Smartphone circa 20 cm vor die Cam halten und warten, bis ein Piepsen ertönt. (Ob der QR-Code benötigt wird, hängt mit dem verwendeten Router zusammen, bei meiner Fritz!Box wurde er benötigt).
  5. Letzter Schritt ist nun die Vergabe eines Namens für die Cam, damit ist die Einrichtung abgeschlossen.

Der erste Test

Die App zeigt nach erfolgreicher Einrichtung die Kamera mit dem Button „BEREIT“ und dem Hinweis „Vorschaubild – Für Live-Video antippen“. Sobald man das Vorschaubild antippt erscheint ein Hinweis „Aufnahme starten und in Livestream-Ansicht wechseln?“. Hier ist wichtig zu wissen, dass man das Livebild nur sieht, wenn die Aufnahme aktiv ist. Das bedeutet, dass man die Frage mit „ja“ beantworten muss um anschließend den Livestream zu sehen.

Verbesserungsvorschlag: Ich würde mir einen deutlicheren  Hinweistext wünschen, z. B. „Zur Livestream-Ansicht muss die Aufnahme gestartet werden“.

Installationsvideo des Herstellers

Die smartfrog-Cam im Detail

Bild und Ton
Ein entscheidendes Kriterium einer Kamera ist natürlich die Bildqualität. Hier hinterlässt die Smartfrog Cam einen sehr positiven Eindruck. Gerade auch bei schlechten Lichtverhältnissen ist die Bildqualität sehr gut und detailreich. Das Video hatte in meinen Tests eine Verzögerung von circa 2 Sekunden, das Audiosignal vom iPhone zur Cam eine Verzögerung von 5-6 Sekunden (bei sehr gutem Netz).

Zuverlässigkeit
Das Zuhause soll in der Regel nur dann gefilmt werden, wenn man unterwegs ist. Dazu lässt sich der sogenannte „Geofence-Modus“ in der App aktivieren. Man definiert damit die Position des Hauses, so dass bei Verlassen dieses Bereichs die Alarme oder auch die Aufnahme automatisch aktiviert und bei der Ankunft zuhause diese auch wieder deaktiviert werden. Dies hat bei mir meistens geklappt, einige Male wurde die Cam nicht aktiviert bzw. deaktiviert. Das passierte jedoch nur in einigen wenigen Fällen. Insgesamt hat die Kamera zuverlässig die Überwachung vorgenommen.

Statusmeldungen
In den Einstellungen der App lässt sich ein Alarm für folgende Ereignisse aktivieren:
– Bewegung
– Geräusch
– Kamera offline
Sobald die Kamera dann beispielsweise eine Bewegung erkennt erfolgt eine Push-Nachricht ans Smartphone und immer auch zeitgleich eine E-Mail mit der Meldung des Alarms.

Verbesserungsvorschlag
Es wäre schön wenn man Einstellen könnte, wie man die Alarm-Meldungen bekommen möchte. Da man die Alarm-Meldungen über eine Push-Nachricht bekommt benötigt man diese meistens nicht noch zusätzlich als Mail.

iOS-App (Version 2.8.2) für iPhone

Wie bereits bei der App-Beschreibung erwähnt stehen in der iOS-App einige Features nicht zur Verfügung, die jedoch über Web-App (https://app.smartfrog.com/de-de/) genutzt werden können.

Dies sind:

  • Zonen-Funktion (Markieren bis zu 6 wichtiger Zonen).
  • Zeitraffer-Funktion (24 Std. in nur 5 Min. ansehen).
  • Clip-Funktion (Bis zu 30 Tage Zeitraffer in Clips zusammenfassen).
  • Sharing (Livebild mit Familie und Freunden teilen).
  • Social-Media-Funktion (Clips über Social-Media teilen)
  • Hinzufügen weiterer E-Mail-Adressen

Die iOS-App bietet aktuell keine Möglichkeit um weitere Benutzer für die Cam anzulegen. Es wäre schön, wenn man für weitere Familienmitglieder zusätzliche Benutzer anlegen könnte. Diese müssten dann auch von der Geofencing-Funktion berücksichtigt werden so dass die Aktivierung dann erfolgt, wenn der letzte das Haus verlässt und die Deaktivierung wenn der erste nach Hause kommt.

Fazit

Die Webcam von Smartfrog ist eine sehr einfach einzurichtende Webcam mit einer sehr guten Bildqualität. Die Speicherung der Videos erfolgt in der Cloud des Herstellers (laut Angaben von Smartfrog in zertifizierten Hochsicherheits-Rechenzentren). Ein nettes Feature ist die Möglichkeit ein altes Smartphone oder eine PC-Webcam als zusätzliche Kamera hinzuzufügen (allerdings erfordert die Einbindung einer PC-Webcam ein nicht mehr zeitgemäßes Flash-Plugin).

Wünschenswert wäre für alle Apple-Anwender die Möglichkeit einer HomeKit-Anbindung um die Cam und die Ereignisse z. B. auch als Auslöser für andere Geräte und Szenen nutzen zu können.

Die Smartfrog HD-Cam ist nicht zur Einbindung in ein komplexes Smarthome-System gedacht, dafür aber unkompliziert und schnell  einzurichten und die Möglichkeit die Hardware im Abo zu mieten ist ein tolles Angebote für manchen der so die Kamera erst einmal ausprobieren kann.

Aktuelle Information vom 31.08.2018: Zum Start der Technikausstellung IFA gibt Smartfrog eine Partnerschaft mit dem Technologieunternehmen eQ-3 bekannt: Die beiden Unternehmen kooperieren und in Kürze wird die Heimüberwachungslösung von Smartfrog auch in der von eQ-3 entwickelten Homematic IP App verfügbar sein.

Pro

  • Einfache Installation
  • Gute Bildqualität
  • Cloudserver in Deutschland
  • Hardware-Abo Option

Contra

  • Stream nur über die Cloud nutzbar
  • Keine Mehrbenutzerfunktion

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