OPUS Bridge – Einfache Nachrüstung für Unterputz-Schalter

Mit den OPUS Bridge Komponenten lassen sich Unterputz-Schalter (Ein-/Aus, Dimmer, Rollladen) ganz einfach ersetzen. Danach kann man die Beleuchtung oder die Rollläden wie gewohnt über den lokalen Taster oder alternativ via EnOcean-Funk gesteuert werden. Bei Verwendung des kürzlich vorgestellten OPUS SmartHome Gateway werden alle Geräte auch in Apple HomeKit integriert. Das klingt nach vielen Möglichkeiten, deshalb habe ich mir ein Bridge Modul etwas näher angesehen.

Was ist die OPUS Bridge?

Die OPUS Bridge Module sind kurz gesagt elektronische Schalter mit einem zusätzlichen EnOcean-Funkmodul. Vorhandene Unterputz-Schalter können somit einfach durch diese Module ersetzt werden und lassen sich damit auch smart steuern. Die Taster können mit passenden Wippen inklusive Zwischenrahmen für alle gängigen Schalterfabrikate ausgestattet werden und lassen sich somit perfekt in das Schalterdesign integrieren.

Es gibt die OPUS Bridge in folgenden Ausführungen:

  • 1 Kanal (ein lokaler Verbraucher wird geschaltet)
  • 2 Kanal (zwei lokale Verbraucher werden geschaltet – „Serienschalter“)
  • Rollladen / Jalousie
  • Dimmer

Die Bridge Module gibt es dann noch jeweils mit und ohne „Kontrollfunktion“. Die Kontrollfunktion ist dabei eine LED im Modul zur Statusanzeige. Wenn man diese Ausführung wählt, muss man natürlich auch die passende Schalterwippe verwenden.

Zur Installation wird ein vorhandener Schalter ausgebaut und durch das OPUS Bridge Modul ersetzt. Nach Anschluss der vorhandenen Drähte lässt sich der Verbraucher wie gewohnt über den Taster bedienen. Zusätzlich kann die Steuerung auch über Funk (EnOcean) erfolgen, also beispielsweise als Gruppenschaltung durch andere EnOcean-Schalter oder Sensoren oder auch über das Gateway.

Der große Vorteil der OPUS Bridge gegenüber Unterputzmodulen wie etwa von Fibaro oder Qubino ist der viel geringere Platzbedarf in der Dose. Die OPUS Bridge benötigt nicht mehr Platz wie der zu ersetzende Schalter. Bei den Modulen von Fibaro, Qubino usw. müssen die Module zusätzlich zum Taster in der Dose Platz finden. Das ist nach meiner Erfahrung häufig bei der Nachrüstung schwierig bis unmöglich da die Dosen oft mit Leistungen und Klemmen vollgestopft sind und ein zusätzliches Modul keinen Platz findet.

Und der zweite Vorteil liegt im Aufwand des Austauschs: Man ersetzt einfach 1:1 einen vorhandenen Schalter, fertig. Beim Einbau der oben genannten Zusatzmodule werden diese ja zwischen Schalter / Taster und dem Verbraucher installiert, das bedeutet einen größeren Aufwand bei der Installation.

Installation

Neben dem Bridge-Modul befindet sich in der Packung eine deutsche Anleitung sowie ein Rahmen. Die Tasterwippen müssen separat erworben werden. Ich konnte für meinen Test die Wippen meines Eltako FT55 für das Schalterdesign Busch Jaeger Reflex SI verwenden, sie passen genau. Das in der Bridge verwendete Funkmodul scheint ein Standardmodul zu sein, das in vielen EnOcean Tastern verwendet wird.

Teil 1 – Hardware-Installation: Nach dem Ausbau eines einfachen Unterputz-Lichtschalters wird das OPUS Bridge Modul analog zum ausgebauten Taster verdrahtet (Anschluss von L, N Ausgang zur Lampe). Dann nur noch die Wippen montieren und fertig ist der Austausch.

Teil 2 – Software-Installation: Mein Ziel war die Integration des Moduls in homee, deshalb habe ich als nächstes in homee ein neues EnOcean-Gerät hinzugefügt. Dazu wählte ich in der homee App „Gerät hinzufügen“ > EnOcean > „Anderes Gerät“. Nun nur noch einen der vier kleinen Taster auf der OPUS Bridge gedrückt und homee erkennt ein neues Gerät. Jetzt kann man die Tasterart wählen (Einfachtaster oder Doppeltaster) und damit ist die Installation in homee abgeschlossen.

Ich zuerst überrascht, dass mir homee die Option „Doppeltaster“ angeboten hat, obwohl ich die Bridge als 1 Kanal-Version angeschlossen hatte. Der Grund ist jedoch ganz einfach: die 1 Kanal-Bridge erlaubt den Anschluss an einen Verbraucher per Kabel. Wenn man aber den Taster als Doppeltaster inkludiert, lässt sich über die linke Wippe am Taster via EnOcean ein Befehl senden, also z. B. eine Szene über das Gateway aktivieren oder ein anderes EnOcean Gerät schalten. Die rechte Wippe schaltet weiterhin den lokalen Verbraucher.

Zusammenarbeit mit homee

Die Installation und auch die Inklusion als EnOcean-Gerät in homee verlief ohne Probleme. Leider erkennt homee aber das neue Gerät nur als Taster und nicht als Verbraucher. Das bedeutet, man kann zwar über den Taster eine Aktion in homee auslösen, die am Taster angeschlossene Lampe lässt sich aber über homee nicht ansprechen. Dazu müsste nämlich homee bei der Inklusion neben dem Taster auch noch einen Verbraucher erkennen, was leider aber derzeit noch nicht funktioniert.

Auf Nachfrage beim Hersteller Jäger Direkt wurde mir mitgeteilt, dass derzeit an einer Lösung hierfür gearbeitet wird. Im Augenblick funktioniert die Anbindung an homee also noch nicht. Mit dem OPUS SmartHome Gateway arbeiten die Bridge-Module natürlich problemlos zusammen.

Installationsvideo

Pro und Contra

Die OPUS Bridge Module ermöglichen eine sehr einfache Nach- / Umrüstung vorhandener Schalter. Somit können Einfach- / Serienschalter, Dimmer oder Rollläden mit geringem Installationsaufwand ersetzt werden. Vor allem die kompakte Bauform ist ein großer Pluspunkt der OPUS Bridge. Die Module sind nicht größer als „normale“ Unterputzschalter und lassen sich damit in den meisten Unterputzdosen nachrüsten.

Durch die Möglichkeit, die Tasterabdeckung über Zwischenrahmen mit Wippen gängiger Schalterprogramme auszustatten, können die Schalter perfekt ins Design der Hausinstallation integriert werden.

Einziger Minuspunkt ist der höhere Preis gegenüber Modulen von Fibaro oder Qubino. Die OPUS Bridge bekommt man nach meiner Recherche in Online-Shops für Preise zwischen 75€ und 100€ (1-Kanal und Dimmer). Dazu kommt dann jeweils noch die Tasterabdeckung.

An der Integration in homee arbeitet der Hersteller aktuell noch, sobald dies funktioniert werde ich die Taster erneut einem Test unterziehen.

Pro

  • Einfache Installation
  • Geringer Platzbedarf in der UP-Dose
  • EnOcean Funk
  • Schalterfabrikatsunabhängig
  • Zusatzfunktionen (über zweite Tasterwippe)

Contra

  • Preis
  • Technische Informationen etwas spärlich
  • Noch keine Unterstützung von homee

Linkliste

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.